Was bleibt nach Corona?

Was bleibt nach Corona?

Liebe Leser*innen

Corona beherrscht derzeit unser Leben. Doch es wird ein Leben nach Corona geben.

Corona hat unser aller Leben während des Lockdowns eingeschränkt und wir wurden zu Neuem wie Homeoffice und Homeschooling gezwungen. Doch was wird uns nach Corona erhalten bleiben? Darum geht es im heutigen Beitrag und Podcast.

Dieser Artikel erscheint in mehreren Print-Medien in unterschiedlicher Länge. Die Version hier ist die lange Version.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre oder ein ebenso gutes Hörerlebnis per Podcast.

 

Mit türkisfarbenen Grüssen

Jörg Eugster

Hilfe, ein Webinar!

Vor mehr als zehn Jahren, als ich noch Mitglied in einem der drei grossen Serviceclubs war, stand der Launch der neuen nationalen Website kurz bevor. Als Webmaster des lokalen Clubs wurde ich mit den anderen Webmaster zu einem Webinar eingeladen. Das Ziel der Online-Veranstaltung war, dass uns der Verantwortliche die neue Plattform und deren Funktionen in einem Online-Anlass vorstellen wollte. Einer meiner Kollegen wurde sehr wütend, weil das Seminar nicht klassisch durchgeführt wurde. Er hatte sich per Mail an alle gewandt und sich massiv gegen eine solche Art der Informationsverbreitung gewehrt. Ich würde gerne mit diesem Kollegen heute während oder nach der Coronakrise ein Gespräch führen, ob er immer noch so denkt. 

Mein Büro: Anywhere and Anytime

Seit bald 20 Jahren lebe ich im Homeoffice. Homeoffice ist bei mir die Normalität. Keine Sorge; ich gehe auch raus, zu Freunden, Kunden und Kollegen. Ich arbeite da, wo ich gerade bin. Entweder ist es im wirklichen Büro, im Zug, im Hotel oder auch zu Hause. Da wo ich bin ist mein Arbeitsplatz. Und das nennt sich heute New Work. Für mein Büro “everywhere and anytime” brauche ich nur mein Notebook und eine gute und stabile Internetverbindung. Diese bekommt man unterwegs entweder klassisch über WLAN oder übers Handy, das man als WLAN-Hotspot definieren kann. Schon bald wird das alles über 5G möglich sein. Die Coronakrise hat gezeigt, dass wir auf eine stabile Internetverbindung angewiesen sind. So erwarte ich sehnlichst 5G. 

Dazu auch ein Beitrag auf BlickTV zum Thema Corona und 5G

Im Büro und Homeoffice verwende ich lieber den Desktop-Rechner und unterwegs oft auch das Handy. Alle meine Daten sind in der Google Cloud (G Drive) und ständig synchronisiert. So habe ich, egal auf welchem Gerät oder wo auch immer ich arbeite, ständig Zugriff auf meine Daten und natürlich auch E-Mails.

Für die meisten hingegen hat sich das Leben nach dem Corona-Tsunami, der sich über uns ergossen hat, komplett geändert. Homeoffice und Homeschooling wurden für die meisten zu neuen Erfahrungen. Doch viele sehnen sich wieder zurück zu “back to normal”. Doch, und da sind sich viele einig, wird es nie mehr wie vorher sein.

Für Wissensarbeiter*innen bleiben
Teilzeit-Homeoffice und Online-Meetings

Viele Firmen haben inzwischen notgedrungen eingesehen, dass Homeoffice doch funktioniert. Vermutlich haben vor Corona viele Vorgesetzte angenommen, dass die Mitarbeitenden nicht genügend hart arbeiten würden. Eine nicht repräsentative Umfrage von mir hat ergeben, dass die meisten eher mehr oder zumindest gleich viel wie vorher gearbeitet haben. So bin ich überzeugt, dass viele Firmen den Mitarbeitenden auch nach Corona weiterhin ein bis drei Tage pro Woche Homeoffice gewähren werden. Ich glaube sogar, dass es ein Selektionskriterium für Mitarbeitende gibt, ob sie bei einer Firma arbeiten möchten oder nicht. Die restlichen Tage der Woche wird man für Sitzungen einsetzen wollen. Man muss sich einfach anders organisieren.

Vor Corona ist man für eine Sitzung oftmals weit gefahren, entweder im Auto oder im ÖV, und in ganz extremen Situationen hat man sogar das Flugzeug genommen. Die Umweltverträglichkeit ist ein weiteres Argument für das Teilzeit-Homeoffice, denn es kann ja nicht sein, dass wir für eine zweistündige Sitzung nach Hamburg, Berlin oder London fliegen. Davon ausgenommen ist vielleicht der erhoffte Millionen-Deal, der dank der persönlichen Beziehung einfacher abgeschlossen werden kann als online. Ein weiteres Argument für ein Teilzeit-Homeoffice sind die überfüllten Züge, Busse und Trams während der Stosszeiten. Würde nur ein Teil der Mitarbeitenden teilweise im Homeoffice arbeiten, würde sich das auf die Auslastung im ÖV auswirken. 

Bildung per Homeschooling

Viele Familien haben Homeschooling hautnah erlebt. Ich kenne Familien mit mehreren Kindern und nur einem Computer. Sie können sich vorstellen, was das für eine Herausforderung war, dass alle ihre Bedürfnisse befriedigen konnten. Hier war es bestimmt ein Segen, dass die Kinder wieder zurück zur Schule durften. Und die Wertschätzung den Lehrpersonen gegenüber hat auch wieder zugenommen. Denn einige Mütter mussten erleben, dass ihre Kinder nicht die vermeintlich Hochbegabten sind, sondern zuweilen auch mal nerven können. So war man dankbar, wenn man die Kinder wieder in der Schule “abgeben” konnte. 

Einzelne Elemente, wie Download- und Austausch-Plattformen, werden auch in der Volksschule weitergeführt werden. Mit zunehmendem Alter der Kinder lässt sich Homeschooling oder “Distant Learning” einfacher durchführen.

Weiterbildung per Webinare

Während der Coronakrise wurden unzählige Webinare, Live-Sessions oder Online-Events angeboten, die meisten sogar gratis, notabene. Wir haben dabei viele Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams, Google Meet, GoToMeeting oder Whereby kennengelernt, sei es als Teilnehmer, Moderator oder Veranstalter.

Auch diese Plattformen werden weiterhin genutzt werden und zwar viel häufiger als vor Corona. Kurze Lerneinheiten machen durchaus Sinn. Ich habe während Corona gefühlte zwei Dutzend solcher Webinare als Teilnehmer besucht und einige Online-Vorträge oder Sitzungen selbst gehalten. Das hat alles wunderbar funktioniert, nicht gleich beim ersten Mal, aber die Lernkurve war steil.

Erwähnenswert ist ein Chatbot-Seminar, an dem ich teilnahm. Es dauerte nur gerade einhalb Stunden. Ein Blick in den Kalender zeigte mir, dass ich zu der Zeit keinen weiteren Termin hatte und so buchte ich. Hätte das klassisch in einem Seminarhotel stattgefunden, wäre ich dafür nie nach Zürich gefahren. Der Zeitbedarf wäre mir zu gross gewesen. Als ich dann eingeloggt war, bemerkte ich, dass wir nur zu dritt waren. Sophie Hundertmark, die Seminarleiterin, war aus Zürich, ein Teilnehmer aus München und ich vom Lande zugeschaltet. Der Standort der Teilnehmenden war völlig egal. Wären wir 100 Teilnehmende gewesen, wäre das problemlos durchführbar gewesen. Machen Sie das einmal in einem Seminarhotel. Das geht offline überhaupt nicht. Online geht das, weil der Seminarraum immer gleich gross ist, bzw. er ist von der gebuchten Lizenz auf der gewählten Online-Plattform abhängig. Vermutlich hätte die Seminarleiterin das Seminar frühzeitig absagen müssen, weil sich dann die Kosten für nur zwei Teilnehmer nicht gelohnt hätten. Doch ein Seminar z.B. mit Zoom kostet ja fast gar nichts. 15 Franken pro Monat für einen Online-Seminarraum mit bis zu 100 Teilnehmenden ist jetzt wirklich nicht alle Welt. 

Noch vor Corona hatte ich ein halbtägiges LinkedIn-Seminar bei der MBSZ (Marketing und Business School Zürich) gebucht. Kurz vor der Durchführung gab die Schule bekannt, dass das Seminar mit Seminarleiter Baschi Sale online durchgeführt wird. Ich war äusserst skeptisch, denn bislang war ich der festen Überzeugung, dass Online-Seminare maximal 30 bis 60 Minuten dauern dürfen. Doch das LinkedIn-Seminar dauert 3 ½ Stunden, ohne Pause. Während der Durchführung merkte ich, dass es doch geht, sogar noch besser. Im klassischen Seminarraum gibt es meines Erachtens mehr Ablenkungsmöglichkeiten als im Online-Raum. Einen sehr guten Tipp des Seminarleiters, nämlich das Headerbild im LinkedIn-Profil mit einem Claim zu versehen, hatte ich gleich während des Seminars umgesetzt. In einem klassischen Seminar hätte ich das wohl eher nicht gemacht, denn man ist dort eher “überwacht”. Das war ein doppelter Nutzen: Das Wichtigste im Seminar gleich umgesetzt.

Solche Lerneinheiten werden ganz bestimmt überdauern. Die Tagesseminare kehren eher wieder in die Seminarhotels und Seminarräume zurück. Doch kurze Lern- und Trainingseinheiten und Einzelcoachings werden nach Corona weiterhin online durchgeführt. 

Im privaten Bereich werden sich bestimmt auch Online-Workouts wie z.B. für Yoga oder Pilates halten können, denn viele Leuten haben die Annehmlichkeit dieser für die meisten neuen Art des Trainings, Coachings oder der Wissensvermittlung erkannt und möchten sie nicht mehr missen.

Corona als Chance?

Corona hat uns unsere Grenzen aufgezeigt, aber auch Grenzen überwunden, und wir wurden gezwungen, Neues auszuprobieren. Was wir als Digitalisierer nicht geschafft haben, hat das Virus geschafft. Ich freue mich auf eine neue digitale Zukunft nicht erst übermorgen sondern schon heute.

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